„Money. Upgraded.“
Die Podcasts basieren auf den Texten von Eske Bockelmann, einem aussergewöhnlichen Denker, der zeigt, wie Geld unser Denken und unsere Gesellschaft verändert hat. In seinem Buch Im Takt des Geldes (2004) erklärt er, dass mit der Einführung von Geld im 16. Jahrhundert eine neue, abstrakte Denkweise entstand – mit Folgen für Kultur, Musik und Philosophie. Seine beiden Werke Das Geld (2020) und Money – Understanding Modern Society (2025) bieten einen einzigartigen Zugang zum Thema Geld. Die Podcasts machen diese komplexen Gedanken verständlich und laden junge Menschen ein, Geld und Gesellschaft aus einer neuen Perspektive zu sehen und zu hinterfragen.
„Money. Upgraded.“
Beziehung: Mensch und Natur - die falsche Trennung
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Die künstliche Trennung zwischen Mensch und Natur könnte der größte Irrtum unserer Zeit sein, der direkt in eine ökologische Katastrophe führt. Diese Spaltung ist eng mit unserem Geldsystem verbunden und zwingt uns, alles zur Ware zu machen – von Wäldern über Ozeane bis hin zur Luft selbst.
• Unser Wirtschaftssystem erzeugt einen inneren Solipsismus, bei dem wir uns selbst als Mittelpunkt wahrnehmen und alles andere als fremd erscheint
• Die durchschnittliche Bildschirmzeit von sieben Stunden täglich verstärkt unsere Isolation voneinander und von der Natur
• In den letzten 50 Jahren haben wir etwa 68% aller Wildtierbestände verloren
• Menschen, die sich als Teil der Natur verstehen, leben nachweislich nachhaltiger
• Konzepte wie die Gemeinwohlökonomie und die Donut-Ökonomie bieten alternative Ansätze zum herkömmlichen Wirtschaftssystem
• Wissenschaftler warnen, dass wir nur noch etwa zehn Jahre haben, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzuwenden
Versucht mal, einen Tag lang bewusst wahrzunehmen, wie oft ihr die Welt als Umwelt behandelt, und dann stellt euch vor, wie es wäre, wenn ihr euch als Teil dieser Welt versteht, nicht als ihr Beherrscher.
Die künstliche Trennung von Mensch und Natur
Speaker 1Die Trennung zwischen Mensch und Natur ein Grundpfeiler unserer modernen Gesellschaft ? Ganz im Gegenteil . Diese künstliche Spaltung könnte tatsächlich der größte Irrtum unserer Zeit sein , der uns direkt in eine ökologische Katastrophe führt .
Speaker 2Das ist ein interessanter Blickwinkel , besonders wenn man bedenkt , wie sehr unsere ganze Wirtschaft auf dieser Trennung basiert .
Speaker 1Genau , und was wirklich faszinierend ist , diese Trennung ist direkt mit unserem Geldsystem
Zusammenhang mit unserem Geldsystem
Speaker 1verbunden . Wir haben eine Gesellschaft entwickelt , in der jeder Einzelne gezwungen ist , sein Leben durch Geld zu bestreiten , was zu einer Art innerem Solipsismus führt .
Speaker 2Hm . Könntest du das für unsere Zuhörer etwas greifbarer machen ?
Speaker 1Stell dir einen Menschen vor , der wie der Nullpunkt in einem Koordinatensystem ist . Um ihn herum existiert eine unendliche Anzahl anderer Punkte , die gesamte Welt , aber er kann nur sich selbst wirklich wahrnehmen . Alles andere erscheint ihm fremd und abstrakt .
Speaker 2Oh , das erinnert mich an die Situation in der U-Bahn heute Morgen . Alle starren auf ihre Smartphones , völlig isoliert voneinander ?
Speaker 1Ja , und dieser Effekt verstärkt sich immer weiter . Studien zeigen , dass der durchschnittliche Mensch heute etwa sieben Stunden täglich auf digitale Geräte schaut Eine massive Steigerung gegenüber vor zehn Jahren .
Speaker 2Das ist wirklich erschreckend . Wie wirkt sich das auf unser Verhältnis zur Umwelt aus ?
Speaker 1Nun , hier wird es besonders
Auswirkungen auf unser Umweltverhältnis
Speaker 1interessant . In unserem Wirtschaftssystem muss alles zur Ware werden . Wälder werden zu Holzlieferanten , ozeane zu Fischgründen , sogar die Luft wird durch CO zwei Zertifikate zur handelbaren Ware .
Speaker 2Das klingt , als würden wir die Natur nur noch als Ressource betrachten .
Speaker 1Genau das ist der Punkt , und die Zahlen sind alarmierend . Allein in den letzten 50 Jahren haben wir etwa 68% aller Wildtierbestände verloren , nicht weil wir die Natur hassen , sondern weil unser System uns zwingt , sie als Umwelt zu behandeln , als etwas außerhalb von uns .
Speaker 2Aber wie können wir aus diesem Denkmuster ausbrechen ?
Speaker 1Das ist die zentrale Frage . Interessanterweise
Ansätze zur Überwindung der Trennung
Speaker 1zeigen Forschungen aus der Umweltpsychologie , dass Menschen , die sich als Teil der Natur verstehen , nachweislich nachhaltiger leben . Der erste Schritt ist also , diese künstliche Trennung zu erkennen und zu überwinden .
Speaker 2Das erinnert mich an traditionelle Gesellschaften , die oft ein ganz anderes Naturverständnis haben .
Speaker 1Richtig , und das ist kein Zufall . Diese Gesellschaften leben nicht in einem System , das sie zwingt , alles zur Ware zu machen . Studien bei indigenen Völkern zeigen , dass ihr Konzept von Besitz fundamental anders ist als unseres .
Speaker 2Aber wie lässt sich das auf unsere moderne Gesellschaft übertragen ?
Speaker 1Es gibt bereits vielversprechende Ansätze . Die Gemeinwohlökonomie zum Beispiel versucht , Wirtschaft neu zu denken . Oder nehmen wir das Konzept der Donut-Ökonomie von Kate Raworth , das soziale und ökologische Grenzen in den Mittelpunkt stellt .
Speaker 2Das klingt nach einem fundamentalen Umbau unserer Gesellschaft .
Speaker 1Ja , und die Zeit drängt . Wissenschaftler warnen , dass wir nur noch etwa zehn Jahre haben , um die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzuwenden . Aber die gute Nachricht ist der Wandel beginnt im Kopf , in unserem Verständnis von uns selbst und unserer Beziehung zur Welt .
Speaker 2Was können
Handlungsimpulse für den Alltag
Speaker 2unsere Zuhörer als ersten Schritt tun ?
Speaker 1Nun , es beginnt damit , diese künstliche Trennung zu hinterfragen . Versucht mal , einen Tag lang bewusst wahrzunehmen , wie oft ihr die Welt als Umwelt behandelt , und dann stellt euch vor , wie es wäre , wenn ihr euch als Teil dieser Welt versteht , nicht als ihr Beherrscher .
Speaker 2Das ist ein kraftvoller Gedanke zum Abschluss .
Speaker 1Ja , denn letztlich geht es um eine fundamentale Wahrheit Wir sind nicht getrennt von der Natur , wir sind Natur . No-transcript .